31. August – 12. November 2017

Raus aus dem digitalen Unbehagen

Nach 25 Jahren World Wide Web ist alltäglich geworden, dass sich unser Leben auch in digitalen Kommunikations-Räumen abspielt. Doch in diesem digitalen Leben macht sich ein Unbehagen breit. Während wir Produkte von Apple, Amazon, Google, Facebook oder Microsoft benutzen und unverzichtbar finden, merken wir, wie sehr diese grossen kommerziellen Akteure dominieren. Ihre Services formen unser Denken und kommodifizieren Ideen von Freundschaft und Tausch. Wir surfen nicht mehr durch das wilde Web, sondern werden vom Feed gefüttert und bekommen immer mehr vom Gleichen aufgrund unserer hochgerechneten Vorlieben. Mit dem Social- Media-Account mieten wir Services, die wir mit unseren Daten und unserer Aufmerksamkeit bezahlen. Spätestens seit Edward Snowdens Enthüllungen sind auch die umfassenden staatlichen Überwachungsmethoden und ihre Verbindungen zu privaten Akteuren ins breite Bewusstsein gerückt.

Seit Beginn des Webs haben Künstlerinnen und Künstler darin eigene Räume und Kanäle geschaffen und mit künstlerischen Experimenten kritisch auf Kommerzialisierung und Restriktionen reagiert. Die Ausstellung zeigt aktuelle Arbeiten von über 30 Kunstschaffenden und Kollektiven. Sie greifen diese Themen auf, machen das digitale Unbehagen und die Gründe dafür erfahrbar oder zeigen Auswege daraus. Ausgewählte Publikationen, Künstlerbücher und Projekte werden in einem Leseraum präsentiert.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation mit Essays von Marie Lechner, Paul Feigelfeld und Felix Stalder sowie Texten über jedes Werk von Raffael Dörig und Claire Hoffmann, mit zahlreichen Abbildungen. (Deutsch/Englisch, Christoph Merian Verlag), Buchvernissage 14. Oktober, 18.30 Uhr.

Künstlerinnen und Künstler:
Aram Bartholl, Zach Blas & Jemima Wyman, James Bridle, Harm van den Dorpel, F.A.T. Lab, Olga Fedorova, Cao Fei, Elisa Giardina Papa, Félicien Goguey, Benjamin Grosser, Hackteria, Adam Harvey, JODI, Christoph Wachter & Mathias Jud, Olia Lialina, Silvio Lorusso & Sebastian Schmieg, DISNOVATION.ORG, Joana Moll & Cédric Parizot, The Mycological Twist – Leslie Kulesh / Eloïse Bonneviot / Anne de Boer, Julian Oliver, Trevor Paglen, Tabita Rezaire, RYBN, Gordan Savičić & Bengt Sjölén, Lasse Scherffig, Erica Scourti, Yinan Song, Peter Sunde, Maddy Varner, Angela Washko, Amy Suo Wu

Kuratiert von Raffael Dörig, Leiter Kunsthaus Langenthal, Domenico Quaranta und Fabio Paris, LINK Art Center, Brescia. Kooperationspartner: Espace Multimédia Gantner, Bourogne.

 

 

 

 

 

Mit grosszügiger Unterstützung von

Mittwoch, 30. August, 18 Uhr

Vernissage

Begrüssung und Einführung durch Raffael Dörig, Leiter Kunsthaus Langenthal, Domenico Quaranta und Fabio Paris, Co-Kuratoren, LINK Art Center, Brescia.
Performance «A Media Archeology of Steganography»
von Amy Suo Wu.

Apéro und Grill.

Samstag, 14. Oktober
13 – 18 Uhr

Was tun?

Ein Tag rund um Privatsphäre, Sicherheit und Mitbestimmung in der digitalen Welt.

13.30 – 15.30 Uhr

Elektromagnetischer Spaziergang und Digital Detox mit Künstler und Critical Engineer Gordan Savičić:

Reise durch das elektromagnetische Spektrum in und ums Kunsthaus bis zu Signalen von Flugzeugen mithilfe geknackter USB-TV-Sticks. Anschliessend Digital Detox.

13 – 18 Uhr
Kurz-Einführungen um 13 und 15.30 Uhr, Einstieg jederzeit möglich

«Who writes his_story?» Edit-a-thon

für Wikipedia-KennerInnen und DebütantInnen mit Fokus auf Einträgen zu weiblichen Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen mit Daniela Brugger und Wikimedia Schweiz.

16 – 18 Uhr

Kryptologozentrismus.

Workshop zur Verschlüsselung und Schutz der Privatsphäre im Alltag, mit Paul Feigelfeld.

18.30 Uhr

«Deep Shit. Paradigmen, Paranoia und Politik der Maschinenintelligenz.»

Vortrag von Paul Feigelfeld, Medienwissenschaftler und Kryptografie-Aktivist.
Anschliessend Buchvernissage und Bar.

Für Wifi, Verpflegung und Strom ist gesorgt. Bitte eigenen Computer mitbringen. Teilnahme frei, um Anmeldung wird gebeten: info@kunsthauslangenthal.ch

Mittwoch, 20. September und
18. Oktober, 12–12.30 Uhr

Kunst über Mittag

Kurzführungen für Kunsthungrige

Samstag, 02. September
10 –12 Uhr

Kinderclub:
Top Secret!

Wir experimentieren mit unsichtbaren Flüssigkeiten und schreiben geheime Botschaften. Willst du auch eingeweiht werden? Alter 7–12 Jahre.

Samstag, 21. Oktober
10 –12 Uhr

Kinderclub:
Punkt, Punkt, Komma, Strich

Was gehört alles zu einem Gesicht? Wir tricksen die automatische Gesichtserkennung aus und verdecken Gesichter bis zur Unkenntlichkeit. Alter 7–12 Jahre.

Dienstag, 29. August, 17.30 Uhr

Einführung für Lehrpersonen

Führung und Ideenaustausch für den Besuch mit der Schulklasse.

Freitag / Samstag 
17. / 18. November

Vorschau! 25 Jahre Kunsthaus Langenthal

Das Kunsthaus und der Kunstverein laden ein.

Öffnungszeiten

Mittwoch bis Freitag
14 –17 Uhr
Samstag und Sonntag
10 –17 Uhr
Montag und Dienstag geschlossen